Besser aussitzen im Trab: 5 häufige Fehler beim Aussitzen – und wie du sie vermeidest
Viele Reiterinnen kennen das Gefühl: Der Trab wird schneller, der Rücken des Pferdes wird fester – und das Aussitzen fühlt sich plötzlich mehr nach Trampolin als nach Reiten an.
Du möchtest locker im Sattel sitzen, dein Pferd nicht stören und dich trotzdem nicht wie ein Flummi fühlen? Dann bist du nicht allein.
Besser aussitzen beim reiten ist eine echte Herausforderung – und hängt stark davon ab, wie gut du deinen Körper kontrollieren und loslassen kannst.
In diesem Artikel schauen wir uns 5 typische Fehler an, die das Aussitzen unnötig schwer machen. Und natürlich bekommst du auch Tipps, wie du es besser machen kannst – inklusive Ideen aus der Reiterfitness.
Besser aussitzen beim reiten
Fehler 1: Du klammerst mit den Oberschenkeln
Wenn das Sitzen schwerfällt, machen viele Reiterinnen intuitiv das Falsche: Sie versuchen, sich mit den Oberschenkeln festzuhalten. Doch dadurch verspannst du deinen gesamten Sitz – und blockierst die Bewegung deines Pferdes. Außerdem führt das Klammern oft zu einem Hohlkreuz oder zu einem „nach hinten gekippten“ Becken.
Besser aussitzen beim reiten:
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Lass deine Oberschenkel weich am Sattel anliegen.
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Stelle dir vor, du lässt deine Beine einfach „runterhängen“, wie nasse Tücher.
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Stärke deine Rumpfmuskulatur, damit du aus deiner Körpermitte heraus stabil sitzen kannst – nicht mit Klammergriffen.
Tipp aus der Reiterfitness: Planks und Gleichgewichtsübungen auf dem Gymnastikball helfen dir, die nötige Stabilität ohne Klammern aufzubauen. Denn besser aussitzen im Trab wird dir nur gelingen, wenn deine Körpermitte kräftig genug ist. Hierzu hab ich 8 effektive Übungen für Reiter zusammengestellt (für 0.-)
Fehler 2: Du „arbeitest“ zu viel mit deinem Oberkörper
Ein häufiger Fehler beim Aussitzen ist ein zu aktiver Oberkörper: Viele Reiterinnen versuchen, das Mitfedern durch Vor- und Zurückschwingen zu „kompensieren“. Das sieht nicht nur unruhig aus – es bringt auch dein Pferd aus dem Gleichgewicht und dich aus dem Takt. Versuche lieber das für besser aussitzen im Trab:
Besser:
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Dein Oberkörper bleibt ruhig und aufgerichtet.
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Die Bewegung kommt aus deinem Becken, nicht aus der Brust oder dem Rücken.
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Stell dir vor, dein Brustbein wird sanft nach oben gezogen – so bleibst du lang und stabil.
Tipp aus der Reiterfitness: Mobilisiere deine Hüfte! Beweglichkeit im Beckenbereich ist entscheidend, um die Bewegung deines Pferdes aufzunehmen, ohne mit dem Oberkörper „mitzuwackeln“. Besser aussitzen im Trab geht nur, wenn deine Hüfte nicht blockiert.
Fehler 3: Du sitzt zu fest und starr
Aus Angst vor dem Herumrutschen neigen viele Reiterinnen dazu, sich steif zu machen. Doch ein starrer Körper kann nicht mitschwingen – und sorgt dafür, dass du eher gegen als mit der Bewegung arbeitest. Dein Pferd spürt diese Spannung sofort.
Besser:
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Vertrauen statt Kontrolle: Lass los – im Becken, im Rücken, in den Schultern.
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Erlaube dir, wirklich MIT der Bewegung zu gehen.
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Achte auf deine Atmung – sie hilft dir, locker zu bleiben.
Tipp aus der Reiterfitness: Sanfte Mobilisationsübungen, z. B. Hüftkreisen im Stehen oder auf dem Balancepad, helfen dir, Losgelassenheit im ganzen Körper zu entwickeln.
Fehler 4: Du versuchst, die Bewegung auszusitzen, statt sie zuzulassen
Viele denken: „Ich will besser aussitzen beim reiten. Also muss ich die Bewegung irgendwie wegdrücken oder aushalten.“ Dabei ist genau das Gegenteil richtig: Je mehr du die Bewegung zulässt, desto leichter kannst du sie mitgehen.
Besser:
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Spüre den Rhythmus deines Pferdes – nicht bekämpfen, sondern begleiten.
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Lass dein Becken mitschwingen, als wärst du ein Teil des Pferderückens.
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Arbeite an deinem Taktgefühl – im Zweifel hilft auch mal Musik im Hintergrund beim Training.
Tipp aus der Reiterfitness: Probiere die „Beckenuhr“-Übung: Sitze auf einem Gymnastikball und bewege dein Becken langsam im Uhrzeigersinn. Das fördert dein Gefühl für feine Bewegungen im Becken – die Basis für gutes Aussitzen.
Fehler 5: Du hast zu wenig Körperspannung in der Mitte
Manche Reiterinnen sitzen zwar weich – aber „sacken in sich zusammen“. Ohne Spannung in der Körpermitte verlierst du die Kontrolle über deine Haltung und wirst zum Passagier statt zur Reiterin. Du kannst dann weder mitschwingen noch gezielte Hilfen geben.
Besser:
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Denk an ein inneres „Korsett“, das dich stützt – aber nicht einschränkt.
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Trainiere deine Bauch- und Rückenmuskulatur regelmäßig.
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Halte deine Wirbelsäule aufgerichtet, ohne steif zu sein.
Tipp aus der Reiterfitness: Pilates ist ideal, um deine tiefliegende Muskulatur zu stärken und gleichzeitig beweglich zu bleiben – genau das, was du fürs Aussitzen brauchst. Hierzu hab ich 8 effektive Übungen für Reiter zusammengestellt (für 0.-)
Fazit: Locker, stabil, mit Gefühl – so klappt das Aussitzen
Besser aussitzen im Trab ist kein Kraftakt – sondern eine Frage von Körpergefühl, Losgelassenheit und Balance. Die häufigsten Fehler entstehen nicht aus Unwissen, sondern aus dem Versuch, sich „irgendwie“ zu halten. Doch der richtige Weg führt über einen beweglichen, aber stabilen Körper, eine bewusste Atmung und Vertrauen in die Bewegung des Pferdes.
Reiterfitness kann dich genau dabei unterstützen: Sie hilft dir, deine Körpermitte zu stärken, dein Becken beweglicher zu machen und dein Gleichgewicht zu verbessern. So wird das Aussitzen nicht nur angenehmer – sondern auch feiner, ruhiger und für dein Pferd deutlich angenehmer.
Also: Weg mit dem Klammergriff, her mit dem Hüftschwung! 😉 Dein Pferd wird es dir danken.
Wenn du noch weiter eintauchen möchtest lies hier weiter und vermeide diese 3 Fehler beim Reiten.